Künstlerkolonie

Die Künstlerkolonie im „Schwarzen Haus“ zu Solingen


Rotes und Schwarzes Haus
Rotes und Schwarzes Haus

Der Lyriker und Schriftsteller Hanns Heinen (1895-1961) erwarb 1932 in der bergischen Stadt Solingen ein Fachwerkensemble bestehend aus zwei historischen Gebäuden. Im größeren der beiden, dem sogenannten „Schwarzen Haus“, entstand auf Betreiben der kunstsinnigen Hausherrin - Erna Heinen-Steinhoff (1898-1969), ein Literarischer Salon. Ab 1945 zog - als erster Maler der Künstlerkolonie – der aus dem Exil wiederkehrende Künstler Erwin Johannes Bowien (1899-1972) dort ein. Dieses Haus mit dem kleinen Atelier nebenan – dem sogenannten „Roten Haus“ sollte fortan bis zur Mitte der 60-iger Jahre sein festes Domizil werden, von welchem er aus das gesamte Bergische Land erwanderte und auf Leinwand bannte. Als ständig Reisender unternahm er aber auch ausgedehnte Reisen innerhalb von Deutschland, in die Schweiz und nach Norwegen. Er entdecke das Talent seiner kleinen Mitbewohnerin, der Tochter des Hauses - Bettina Heinen-Ayech (1937-2020) - welche er ab 1950 systematisch zur Künstlerin ausbildete. Ab 1955 kam der Hamburger Künstler Amud Uwe Millies (1932-2008) hinzu und bezog als dritter und letzter Maler den Ort. In den Jahren 1969 bis 1971 lebte und arbeitete der Bildhauer Ernst Egon Osländer (1928-2015) im Anwesen. Die Künstlerin Bettina Heinen-Ayech verblieb als letzte - bis zu Ihrem Tode - in den Häusern, wo sie – im Wechsel zu Ihrem weiteren Wohnort im algerischen Guelma - ihr deutsches Atelier betrieb.

Die drei Maler - Bettina, Bowien und Amud – inspirierten sich gegenseitig und wurden tatkräftig durch Hanns Heinen und Erna Heinen-Steinhoff gefördert und unterstützt.

Diese Künstlerkolonie ist im Bergischen Land in dieser Form einmalig und stellt ein ganz besonders Stück Kunstgeschichte der Nachkriegszeit dar.

Dr. Haroun Ayech